Transportkisten für Zünder, ein Zufallsfund

Zünder

Bei Aufräumungsarbeiten in einem Privathaus wurden 2012 in Radeberg zwei Kisten für die Verpackung und den Transport von Zündern aufgefunden, die dem Feuerwerkslaboratorium in Radeberg zugeordnet werden können. Entsprechend der Beschriftung waren sie für den Doppelzünder 15 (vorrangig für 15 cm Granaten) bestimmt, Bild rechts. In mehreren Berichten wurde immer von der ungenügenden Rückführung der Transportkisten gesprochen. Die Kisten sind aufwendig gefertigt, haben die Abmessungen 55 x 28,5 x 26 cm und sicherten einen weitgehend luftdichten Transport der als überaus empfindlich beschriebenen Zünder. Bei den nun vorliegenden Anschauungsstücken ist diese Forderung bei dem hohen Herstellungsaufwand und den hohen Fertigungszahlen verständlich. Wie bei der gesamten Munitionsfertigung, kamen damals auch bei der Herstellung der Verpackung Privatbetriebe zum Einsatz. Bei den aufgefundenen Kisten ist die Dresdner Pianofabrik Wolfframm als Hersteller vermerkt. Inneneinrichtungen der Kisten zur eventuellen Unterteilung bei der Transportbestückung waren bei den aufgefundenen Kisten nicht mehr vorhanden.

Kiste 1 Kiste 2
Aufgefundene Transportkiste Zusatzdeckel für Luftdichte Verpackung
Stempel Kiste 3
Herstellerkennzeichnung verlötete Innenauskleidung mit Pfalz für Gummidichtung zum Blechdeckel


Herstellerkennzeichnung verlötete Innenauskleidung mit Pfalz für Gummidichtung zum Blechdeckel

Interessant ist, dass durch den Direktor des Radeberger Feuerwerkslaboratoriums, Oberst Friedrich (1) in einem Bericht vom Juli 1918, also unmittelbar vor Kriegsende, auf Seite 27 Verbesserungsvorschläge mit dem Umgang von Zünderverpackungskisten, mit dem Hinweis auf einen eventuellen späteren neuen Krieg, gemacht werden. Der Berichtsausschnitt wird nachfolgend im Original wieder gegeben.

Zünder
(1) SHStA Dresden, Abteilung Feldzeugmeisterei (11270), Akte 3167