Fernsehen 1950-68

Entwicklung und Produktion von Fernsehgeräten in Radeberg

Radeberg ist die Geburtsstätte der Produktion von Fernsehgeräten in der DDR.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Betrieb Sachsenwerk- Licht- und Kraft AG, Werk Radeberg enteignet, vollständig demontiert und 1946 in eine Sowjetische Aktiengesell­schaft (SAG) umgewandelt.

1950 erhält der Betrieb von der sowjeti­schen Generaldirektion der deutschen SAG-Betriebe den Auftrag zur Produktions­vorbereitung einer Großserienfertigung von Fernsehempfängern LENINGRAD T2 nach sowjetischen Bau­unterlagen. Über 130.000 Fernsehgeräte wurden im Zeitraum 1951 bis 1954 in die Sowjetunion geliefert.

Mit der Eigenentwicklung und Produktion von Fernsehgeräten, beginnend mit dem Gerät REMBRANDT und der folgenden "Malerserie", entwickelte sich der Betrieb zu einem der großen Fernsehgeräteproduzenten Europas. Von 1951 bis 1968 wurden ca. 2,7 Millionen Fernsehgeräte in Radeberg hergestellt.

Nach der Entscheidung des Ministerrates zur Produktionsaufnahme von Datenverarbeitungsanlagen R300 im Betrieb Radeberg wurde die Entwicklung und Produktion von Fernsehgeräten eingestellt. Damit wurde der VEB Fernsehgerätewerk Stassfurt zum Alleinhersteller von Fernsehempfängern in der DDR. Bereits drei Jahre später begannen erneut Arbeiten, die zur Wiederaufnahme der Produktions von Fernsehgeräten in Radeberg führten,

1945 Enteignung und Demontage des Betriebes Sachsenwerk- Licht- und Kraft AG, Werk Radeberg.
1946 Ab August wird das Werk als "Sowjetische Aktiengesellschaft 'Gerät' in Deutschland, Werk Sachsenwerk in Radeberg" durch die Besatzungsmacht direkt verwaltet und in das Reparationssystem integriert, es beschäftigt ca.400 Mitarbeiter. mehr >>>
1950 Das Sachsenwerk Radeberg erhält von der sowjetischen Generaldirektion der deutschen SAG-Betriebe den Auftrag zur Produktionsvorbereitung einer Großserienfertigung von Fernsehempfängern.
1951 Fernsehgeräteproduktion LENINGRAD T2 nach sowjetischen Bauunterlagen. Diese Produktion wird bis 1954 fortgeführt, es wird eine Gesamtstückzahl von 130.600 Geräten als Reparation an die Sowjetunion geliefert, mehr >>>
1952 Der SAG-Betrieb wird volkseigen, VEB Sachsenwerk Radeberg. In den Betriebslabors beginnt die Eigenentwicklung von Fernsehempfängern.
1953 Fertigungsanlauf REMBRANDT, Zielstellung ist ein Export in die Sowjetunion, dazu kommt es jedoch nicht.
1954 Großserienfertigung des Fernsehgerätes REMBRANDT, Entwicklungsabschluss und Fertigungbeginn für das Fernsehgerät RUBENS mit neuen Miniaturröhren sowie Fertigung von Kombinationstruhen CLIVIA und CLAUDIA. In der Entwicklung werden erste Untersuchungen in der Farbfernsehtechnik aufgenommen.
1955 Umbenennung des Betriebes von VEB Sachsenwerk in VEB RAFENA- Werke Radeberg (Radeberger Fernseh- und Nachrichtentechnik). Die neuen Geräte DÜRER und FORMAT werden in die Fertigung überführt.
1956 Anlauf der Fertigung der Standgeräte ATELIER und FORUM mit zusätzlichem UKW-Rundfunkteil und des Fernsehmusikschrankes CABINET. In Staßfurt und Berlin-Weißensee wird zur Bedarfsdeckung die Fernseh­geräte­fertigung vorbereitet.
1957 Durch weitere Rationalisierung der Fertigung wird der Jahresausstoß auf 180.000 Fernsehgeräte erhöht. Entwicklung des ersten Kofferfernsehgerätes JUNIOR, die Produktions­aufnahme wird von der Staatsführung nicht gestattet.
1961 Am 18.07.1961 wird das 1 Millionste Fernsehgerät ausgeliefert. Die Jahresproduktion steigt auf 288.000 Fernsehgeräte.
1962 Durch standardisierte Schaltungen, modernere Fertigungsverfahren wie Tauchlötung der Leiterplatten, automatisiertes Wickeln von Spulen, teilweise halbautomatische Bestückung und zentralgesteuerte Transport­systeme wird der Tagesausstoß auf über 1000 Fernsehgeräte erhöht, Produktion der Gerätelinie START.
1963 In einem breiten Sortiment sind die neuen hochwertigen Geräte STADION und TURNIER für die Fertigung vorbereitet.
1964 Der Ministerrat der DDR beschließt am 03.07.1964 den Aufbau der Datenverarbeitung in der DDR und die Produktionsaufnahme der EDVA R300 im Rafena-Werk Radeberg. Das 2 Millionste Fernsehgerät wird am 23.10.1964 ausgeliefert.
1965 Die Farbfernsehgeräte-Entwicklung wird eingestellt und an das ZRF-Dresden übergeleitet.
1966 Einstellung der Entwicklung von Fernsehgeräten in Radeberg.
1968 Die letzten Fernsehgeräte STADION 8 verlassen die Fertigungsbänder. In Radeberg wurden von 1951 bis 1968 2,65 Mio. Fernsehgeräte gefertigt.

Dieser Abschnitt in der Betriebsgeschichte wurden in der Broschüre Fernsehgeräteproduktion in Radeberg, Teil 1 1950 bis 1968 unter Federführung von Wolfgang Traste mit Geräteübersichten, Bildern, technischen Details, Fertigungsstückzahlen, Erfolgen, Hintergründen und Umständen dieser Zeit niedergeschrieben. Zuarbeiten und Erinnerungsberichte aus dem Tätigkeitsfeld von Mitarbeitern aus Entwicklung, Vertrieb, Kundendienst u.a. wurden einbezogen. Identische PDF-Dateien dieser Bröschüren sind nachfolgend aufrufbar:

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Wolfgang Traste:
Fernsehgeräteproduktion in Radeberg Teil 1 1950 bis 1968
Broschüre Erstausgabe April 2007 (10,2 MB)
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Anlagen
Anlage 1: Erzeugnisübersicht, 6 Seiten mit 26 Abbildungen
Anlage 2: Gerätetypen, Fertigungszeiträume und -stückzahlen,
Anlage 3: Chronik (8,1 MB)

Inhaltliche Bearbeitung:
Wolfgang Traste

Bild Links: Fernsehgerät REMBRANDT 1953

Letzte Aktualisierung: 25.08.2015

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RUBENS

START 2

STADION 8